
Heute kaum zu glauben, aber der Ursprung des 1. Mai als Tag der Arbeit liegt in den USA: Vor 140 Jahren, am 1. Mai 1886 riefen die Gewerkschaften dort zum landesweiten Streik für den Achtstundentag auf: „8 hours work, 8 ours rest, 8 hours leisure“ war die Parole. Drei Jahre später wurde daraus der weltweite Kampftag der Arbeiterbewegung. Die Parole des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai 2026 “Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ klingt nicht nach selbstbewusster Zukunftsorientierung, sondern gilt sicher vielen als Rückgriff in die Mottenkiste klassenkämpferischer Parolen. Aber wenn die Tarifbindung zurückgeht und Tarifflucht alltäglich wird, wenn Betriebsratswahlen behindert und verhindert, Wahlvorstände und gewählte Betriebsräte bedroht und gekündigt werden, wenn der Kündigungsschutz als Wachstumsbremse diffamiert, wenn der Sozialstaatskompromiss, eine zentrale Grundlage unseres Gemeinwesens, gefährdet wird, ist die Anleihe bei klassenkämpferischen Parolen naheliegend.
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