
Wenn es der Debatte nicht zugutekäme, könnte man als Wirtschaftswissenschaftler glatt neidisch werden. Isabella Weber ist es gelungen, die Feuilletons der deutschen Medien zu besetzen und die Bestseller-Listen hinaufzuklettern. Ihr Buch zur „antifaschistischen Wirtschaftspolitik“ macht Schlagzeilen weit über die linke Politszene hinaus. Das mag zum einen angesichts der trostlosen Szenerie des deutschen ökonomischen Mainstreams nicht weiter verwunderlich sein. Zum anderen ist anzumerken: Bisher hat das noch kein Wirtschaftswissenschaftler jenseits des orthodoxen marktorientierten Mainstreams erreicht. Eine Ausnahme ist vielleicht Thomas Piketty, dessen „Kapital im 21. Jahrhundert“ gefeiert wurde, aber schon wegen seines Umfangs und der trockenen Zahlendokumentation von nur Wenigen gelesen worden sein dürfte. Piketty und Weber haben auch eines gemeinsam: Ihre Buchtitel sind plakativ, wecken Neugier und finden so schnell ein großes Publikum. Zudem hat Weber eine Nische identifiziert, die in diesen Monaten auch den us-amerikanischen Wahlkampf der Midterms bestimmt: Affordability.
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