
»Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten!« In solcher verbaler Kraftmeierei des Kanzlers vergrößert sich nicht nur ein angekratztes Ego selbst, es hallen darin auch die politmedialen Ermahnungen wider, Merz solle doch endlich Führungsstärke beweisen und seine Richtlinienkompetenz wahrnehmen. Was wiederum etwas anderes sichtbar macht: Weil die Dinge komplex sind und die Probleme widersprüchlich, es keine einfachen Lösungen gibt und aufgrund widerstreitender Interessen auch mit den schwierigen niemals alle zufrieden sind, wächst die Sehnsucht nach einer personalen Stärke, die alle Knoten zu zerschlagen in der Lage ist. Dass das längst kein heimliches Begehren am Rande mehr ist, davon ist die Literatur über die Gefahren an der Abbruchkante Richtung Autoritarismus voll.
Ein Plädoyer für die Wichtigkeit von Nörglern sowie empörten Berufskritikerinnen am Beispiel der Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Zeiten Tausender Hitzetote.













